Den Wandel des Energiesystems gezielt nutzen

Energiesystem, Orientierung

Ein Gastbeitrag von Ute Redecker, Siemens Deutschland

Das Energiesystem der Zukunft ist dezentral – und intelligent: Eine große Zahl dezentraler Kraftwerke liefert umweltfreundlichen Strom, flexible Verbraucher passen sich in Echtzeit an das aktuelle Energieangebot an, und dank neuer Speichertechnologien bleiben die Netze trotz fluktuierender Erzeugung immer stabil.

Das heißt: Energiemanagement wird eine zunehmend komplexe Aufgabe, die nur durch die Digitalisierung beherrschbar wird. Dieses erfordert nicht nur modernste IT und Datennetze, sondern auch geänderte Prozesse und Abläufe. So leistet die Digitalisierung nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende – sie ist auch die Grundlage für zahlreiche neue Geschäftsmodelle, die Energieerzeugern, Netzbetreibern und Stadtwerken völlig neue Chancen eröffnen.

Wie sich durch die digitale Transformation reale Werte schaffen lassen, hat Siemens Deutschland im Rahmen einer Kundenumfrage erörtert. Sie behandelt das Thema konsequent aus Sicht der Unternehmen: Rund 300 Geschäftsführer und Entscheider – unter anderem aus der Energiewirtschaft – haben in persönlichen Gesprächen ihre Sicht auf die digitale Transformation erklärt. Im Mittelpunkt standen Strategie, Technologie und der Mehrwert, den sie sich von der Digitalisierung versprechen. Das Ergebnis: Die befragten Unternehmen sehen sich zum größten Teil bereits auf dem Weg zu einer „Information-driven Company“, bei der reale und virtuelle Welt noch stärker zusammenwachsen und der Hauptfokus auf dem Datenmanagement liegt. Entsprechend konkret sind ihre Vorstellungen über den Mehrwert, den sie von der digitalen Transformation erwarten. Die am häufigsten genannten Vorteile führen zu höherer Effizienz (und damit zu sinkenden Kosten) und zu einer gesteigerten Effektivität, die weiteres Wachstum ermöglicht. Von der Digitalisierung erwarten die Unternehmen vor allem positive Auswirkungen auf Abläufe und Prozesse, die mit einem hohen Maß an Agilität einhergehen: Für die Sicherung einer zuverlässigen, effizienten und nachhaltigen Stromversorgung wird es immer wichtiger, auf neue technische Anforderungen und Markttrends frühzeitig zu reagieren.

Welche Bedeutung hat die Digitalisierung also für Stadtwerke?

Regionale Energieversorger müssen künftig riesige Datenmengen erfassen und auswerten, um kundenspezifische „Energie- und Datenlösungen“ anbieten zu können – bei  steigender Komplexität in den Bereichen Erzeugung, Verbrauch und Speicherung. Für Industriekunden sind flexible Lösungen wichtig, die Versorgungssicherheit gewährleisten und dabei Kosten sparen.

Weitere Ergebnisse der Digitalisierungsumfrage von Siemens Deutschland sowie wesentliche Technologiebausteine zur erfolgreichen Gestaltung der digitalen Strategie stellen wir Ihnen gern in der Seminarreihe „Digitalisierung der Energiewirtschaft“ der VKU Akademie vor.

Zur Autorin:

Ute RedeckerUte Redecker leitet bei Siemens Deutschland die Digital Grid Business Unit in der Division Energy
Management.

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