Die Digitalisierung – Eine Daueraufgabe für Unternehmen

Digitalisierung erlebbar machen

Ein Gastbeitrag von Sören Högel, WSW Energie und Wasser AG

Wir sehen uns zurzeit einem tiefgreifenden Wandel der gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen gegenüber. In der kommunalen Familie scheint zuerst die Energiewirtschaft im Fokus zu stehen. Allerdings wird sich der Wandel weiter fortsetzen und durch alle Geschäftsfelder ziehen. Vermutlich als nächstes im ÖPNV aber auch in der Wasser- und Abfallwirtschaft sind Anwendungsfelder denkbar.

Megatrends

Megatrends wie Neo-Ökologisierung, Individualisierung und vor allem die Digitalisierung wirken indirekt über Politik oder auch ganz direkt auf unsere Geschäftstätigkeit. Die modernen technologischen Innovationen ermöglichen Kunden einen direkten Vergleich zwischen traditionellen Wettbewerbern oder ermöglichen neuen Wettbewerbern mit innovativen Ideen den Marktzutritt. Gleichzeitig sind es Kunden gewohnt, digitale Angebote zu nutzen. So wird Amazon, Uber, Airbnb und Facebook ganz natürlich mit allen Funktionalitäten genutzt. Das schließt auch die Frage nach echten Online-Tarifen und -Rechnungen mit ein. Zukünftig wird also auch der Energiekunde von seinem Stadtwerk erwarten und erwarten dürfen, dass digitale Produkte, Lösungen und Kundenservice geboten werden.

Da nicht zu erwarten ist, dass sich dieser Trend in der nächsten Zeit abschwächt, hat sich WSW dafür entschieden auf ein Digitalisierungsprojekt zu verzichten und die Aufgaben in einem fortlaufenden Programmmanagement abzuarbeiten. Dazu wurde ein bereichsübergreifendes Kompetenzzentrum Digitalisierung gegründet. Das maßgebliche Steuerungsgremium ist der Lenkungskreis Digitalisierung, der neben dem Gesamtvorstand der WSW-Unternehmensgruppe, dem Leiter der IT, Personal, Organisation, Strategie und einige andere umfasst und welcher von einem Programmmanager betreut wird. Dieses Gremium legt die Grundsätze sowie die jährlichen Roadmaps fest, priorisiert die Maßnahmen und dient als Eskalationsebene. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe ist darüber hinaus auch die Kommunikation zu den Mitarbeitenden und Fachverantwortlichen. Hier gilt es Ängste vor der Entwicklung zu nehmen und innovative Potenziale zu aktivieren.

Neue Themen, Kundenservice, Business Analytics und Prozesse

Um alle Aufgaben, strukturieren zu können, wurden vier Cluster – Neue Themen, Kundenservice, Business Analytics und Prozesse gebildet. Die Cluster dienen als Sammelbecken für Ideen und Maßnahmen, die an den unterschiedlichen Stellen im Unternehmen entstehen, und werden durch Maßnahmenverantwortliche abgearbeitet. Jedes Cluster hat einen Verantwortlichen, der den Überblick behält, die Konsistenz sicherstellt, den Zeitplan überwacht und in den Lenkungskreis hinein berichtet. Vor allem sollen Hemmnisse in der Umsetzung frühzeitig erkannt und behoben werden können.

Diese Struktur ist agil und schnell auf die sich ändernden Aufgabenstellungen anpassbar. Wir gehen davon aus, dass uns das Kompetenzzentrum eine lange Zeit begleiten wird, denn die Digitalisierung bleibt eine Daueraufgabe.

Zum Autor:

Sören Högel leitet die Abteilung Unternehmensstrategie und –entwicklung in der WSW Energie und Wasser AG, der Versorgungstochter der Wuppertaler Stadtwerke. Neben der Aufgabe der traditionellen Strategieentwicklung ist er im Programmmanagement Digitalisierung Clusterverantwortlicher für den Bereich Business Analytics.

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