Förderprogramme des Bundes zur Steigerung der Energieeffizienz

Ein Gastbeitrag von Dr. Tina Flegel und Benjamin Frank, Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Energieeffizienz ist eine tragende Säule der Energiewende, denn die umweltfreundlichste und günstigste Kilowattstunde ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen. Die Bundesregierung hat sich daher mit dem Energiekonzept im Jahr 2010 ambitionierte nationale Energieeffizienzziele gesetzt.

Nach dem Grundsatz: „Informieren – Fördern – Fordern“ unterstützt die Bundesregierung Investoren bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen. Auch kommunale Unternehmen können von den vielfältigen Fördermöglichkeiten des Bundes zur Steigerung der Energieeffizienz profitieren. Die im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) angesiedelte Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) stellt Ihnen deshalb in diesem Beitrag eine Auswahl von interessanten Fördermöglichkeiten für kommunale Unternehmen vor.

Beratungen zum Energiespar-Contracting

Energie-Contracting ist ein wirksames Instrument um das Energiesparpotenzial Ihrer Liegenschaften zu heben. Im Gegensatz zur Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in Eigenregie wird das Projekt durch einen Ansprechpartner aus einer Hand kompetent geplant, finanziert und über Jahre zuverlässig realisiert. Das Programm „Beratungen zum Energiespar-Contracting“ fördert mit bis zu 2.000 Euro eine professionelle Beratung dazu, ob sich Ihre Liegenschaften für ein Energiespar-Contracting eigenen. Entscheiden Sie sich für ein Energie-Contracting, kann die Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts mit bis zu 12.500 Euro gefördert werden.

Innerhalb des Förderprogramms Energieeffizienz- und Ressourceneffizienz-Netzwerke von Kommunen wird die professionell betreute, kontinuierliche Zusammenarbeit von Kommunen in Netzwerken zur Steigerung der Energieeffizienzgefördert. Gemeinsam und mittels Unterstützung durch ein Netzwerkteam werden Optionen für Energie- und Ressourceneinsparungen identifiziert und realisiert. Kommunale Unternehmen sind antragsberechtigt, wenn sie die Funktion des Netzwerkmanagers einnehmen.

Weiterhin werden Beratungen und Investitionen zur Umsetzung von Maßnahmen und Maßnahmenpaketen an der Gebäudehülle oder an ausgewählten Anlagen(-teilen) staatlich unterstützt.

Innerhalb des Programms „Energieberatung für ein energetisches Sanierungskonzept von Nichtwohngebäuden“ wird die Beratung zur Erstellung eines Sanierungsfahrplans oder zur umfassenden Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus bzw. einem KfW-Effizienzhaus-Denkmal gefördert. Auch die Neubauberatung für Nichtwohngebäude nach KfW-Effizienzhaus-Standard kann bezuschusst werden.

Darüber hinaus ist im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) die „Energieanalyse von öffentlichen Abwasseranlagen“ förderfähig. Hier untersucht ein Energieberater Abwasseranlagen auf Möglichkeiten zur energetischen Optimierung.

Heizen mit erneuerbaren Energien

Das Förderprogramm Heizungsoptimierung unterstützt den Ersatz von Heizungs-Umwälzpumpen und Warmwasser-Zirkulationspumpen durch hocheffiziente Pumpen in Gebäuden. Ebenso sind die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs bei bestehenden Heizsystemen und zusätzliche niedriginvestive Maßnahmen zur Optimierung des Heizsystems förderfähig. Über das Förderprogramm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ („Marktanreizprogramm“) fördert das BAFA die Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energien. Gegenstand der Förderung sind Solarthermie-Anlagen, Biomasse-Heizungen und effiziente Wärmepumpen. Mit dem „Energieeffizienzprogramm – Abwärme“ der KfW werden Investitionen in die Modernisierung, die Erweiterung oder den Neubau von Anlagen zur Vermeidung oder Nutzung von Abwärme gefördert. Die Förderung erfolgt durch einen zinsgünstigen Kredit und einen attraktiven Tilgungszuschuss.

Investitionszuschuss für Mini-KWK-Anlagen

Einen Investitionszuschuss für Mini-KWK-Anlagen gewährt das BAFA bei der Neuerrichtung von Mini-KWK-Anlagen im Leistungsbereich bis einschließlich 20 kWel. Neben einer Stromvergütung für KWK-Anlagen sieht das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) unter anderem eine investive Förderung für den Neu- oder Ausbau von Wärme- und Kältenetzen sowie den Neubau von Wärme- oder Kältespeichern vor. Die Wärme bzw. Kälte muss hierbei jeweils zu einem gewissen Anteil aus Kraft-Wärme-Kopplung stammen. Die Förderung zahlt nach der Antragstellung beim BAFA der zuständige Übertragungsnetzbetreiber aus.

Im Rahmen der Förderung von Klima- und Kälteanlagen umfasst die Basisförderung die Neuerrichtung oder auch Sanierung von Anlagen. Soll darüber hinaus die energetische Effizienz des Gesamtsystems verbessert werden, kann zusätzlich eine Bonusförderung in Anspruch genommen werden. Dies gilt beispielsweise für den Einsatz von Kälte- und Wärmespeichern, Wärmepumpen und Freikühlern.

Mit dem Förderprogramm „Pilotprogramm Einsparzähler“ soll die Entwicklung vom Mehrwertdiensten für Energieeffizienz durch Unternehmen oder Unternehmenskonsortien gefördert werden. Dabei sollen bei einem oder mehreren z. B. privaten, öffentlichen oder gewerblichen Kunden Energieeinsparungen initiiert werden. Die erzielten Einsparungen müssen im Rahmen dieses Projektes gemessen und quantifiziert werden. Hierfür sollen intelligente Energiezähler in Form von smarten Software-/Hardware-Kombinationen (sogenannte „Einsparzähler“) zum Einsatz kommen.

Das Programm „STEP up!“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert stromsparende Maßnahmen, bei denen Unternehmen in neue hocheffiziente Technologien investieren. Bei diesem sektor- und technologieoffenen sowie akteursübergreifenden Förderprogramm ist das Besondere, dass eine wettbewerbliche Komponente – nämlich das optimale Einsparergebnis je Förder-Euro – für den Förderentscheid berücksichtigt wird.

Im Rahmen der so genannten „Kommunalrichtlinie“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) werden diverse investive Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gefördert. So etwa die Investition in LED-Außen- und –Straßenbeleuchtung oder LED-Lichtsignalanlagen, die Sanierung und der Austausch raumlufttechnischer Geräte oder die Optimierung von Rechenzentren beispielsweise durch Maßnahmen zur Nutzung freier Kühlung, Abwärmenutzung oder Investitionen in effiziente Hardware.

Zur Stärkung der Nachfrage nach umweltschonenden Elektrofahrzeugen gibt es beim BAFA einen Umweltbonus für den Erwerb (Kauf oder Leasing) solcher Fahrzeuge. Er wird in Höhe von 4.000 Euro für rein elektrische Fahrzeuge und in Höhe von 3.000 Euro für Plug-in-Hybride gewährt.

Die vorgenannten Programme bilden nur einen Teil der Fördermöglichkeiten ab. Weitere Förderungen des Bundes, der Länder und der EU in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), die unter www.foerderdatenbank.de zu erreichen ist. Hier ermitteln Sie über eine Suchfunktion gezielt die für Sie passenden Förderprogramme.

Außerdem bietet das BMWi im Rahmen der Kampagne „Deutschland macht’s effizient“ eine kostenlose Telefon-Hotline (Tel. 0800 / 0115000) an, die Ihnen zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten rund um Energieeffizienz Auskunft geben kann. Weitere Informationen gibt es zugleich im Internet unter www.deutschland-machts-effizient.de.

Zu den Autoren:

Dr. Tina Flegel und Benjamin Frank sind Mitarbeiter der Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die BfEE unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in allen Fragen der Energieeffizienz und ist für eine Reihe weiterer Aufgaben zuständig. Unter anderem beobachtet und bewertet die BfEE den nationalen Energiedienstleistungsmarkt und erarbeitet Vorschläge zu dessen Entwicklung.

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