„Es geht darum Vertrauen zu schenken, dass Mitarbeitende bewusst gute und sinnvolle Entscheidungen treffen.“

„Es geht darum Vertrauen zu schenken, dass Mitarbeitende bewusst gute und sinnvolle Entscheidungen treffen.“

Jörg Müller, Geschäftsführer der Lots* Gesellschaft für verändernde Kommunikation mbH erläutert, wie effzientere Abläufe innerhalb eines Unternehmens erreicht werden können und worauf es bei New Work ankommt.

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© Lots* Gesellschaft für verändernde Kommunikation mbH

1. Welche Veränderungsprozesse durchlaufen kommunale Unternehmen aktuell?

Ob sie wollen oder nicht, kommunale Unternehmen sind aktuell vielen Veränderungen unterworfen: Digitalisierung und Generationenwechsel stellen traditionelle Strukturen in Frage, neue Strukturen bieten Chancen: effizientere Abläufe durch verbesserte Kommunikation und neue Arbeitsstrukturen, zufriedenere Mitarbeitende durch mehr Mitbestimmung.

Mittlerweile haben viele Unternehmen erkannt, dass die Möglichkeiten, welche die fortschreitende Digitalisierung bietet, neue Arbeitsmethoden nicht nur zulassen, sondern im Wettbewerb auch Vorteile bringen. Dabei geht es häufig um New Work und agiles Arbeiten.

Neue Arbeitsmodelle machen ein Unternehmen fit für die gestiegene Dynamik in der Branche, indem es die Anpassung an veränderte Daten, Wünsche und Möglichkeiten beschleunigt. Doch das hat auch einen Preis: Weg von ausgeprägten Hierarchien hin zur Überlassung von Entscheidungen und Verantwortung an Teams und einzelne Mitarbeitende. New Work ist kein Veränderungsprogramm, kein Prozess, sondern eine Frage der Haltung, der Kultur und Führung. Es geht um eine moderne Führung, die von Augenhöhe und Wertschätzung, von mehr Coaching und weniger Ansage geprägt ist.

2. Welche Expertise bieten Sie kommunalen Unternehmen mit Ihrer Beratung an?

Wir als Lots* beraten kommunale Unternehmen in ihrer internen und externen Kommunikation. Unseren Schwerpunkt setzen wir in den Bereichen Veränderungs- und Leitbildprozesse, Mitarbeiterbeteiligung und neue Arbeitswelten. Wir unterstützen beispielsweise Stadtwerke bei der Einführung neuer Teamstrukturen sowie bei der Entwicklung und Umsetzung individueller Strategien, die im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung notwendig sind.

3. Was raten Sie Unternehmen der Kommunalwirtschaft, damit dieser Wandel gelingt?

Allein das Einführen neuer Arbeitsmodelle bringt keine Vorteile für Unternehmen – die Neuerungen müssen richtig angewandt werden. Die Komfortzonen, die es hierbei zu verlassen gilt, sind gewachsene Hierarchien, autarke Arbeitssilos und routinierte Abläufe. Führungskräfte müssen umdenken und bereit sein, auf einen Teil ihrer Macht zu verzichten. Es geht darum, Mitarbeitenden Vertrauen zu schenken, dass sie bewusst gute und sinnvolle Entscheidungen treffen. Umgekehrt funktioniert das Konzept nur, wenn auch die Belegschaft bereit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen und sich auf den Wandel einlässt.

Gelingt das, ist nicht nur die Transformation erfolgreich, auch die großen darin liegenden Potenziale werden gehoben: zufriedenere und leistungsfähigere Mitarbeitende sowie effizientere und schlankere Abläufe sind tragende Elemente eines Unternehmens, das aktiv auf dem Markt agiert. In der erfolgreichen Praxis und nach meinem Verständnis bedeutet dies, dass wir jede einzelne Mitarbeiterin und jeden einzelnen Mitarbeiter von Beginn an in die Veränderung eines Unternehmens einbeziehen.

 

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