Kommunale Accelerators im Porträt: BadenCampus

Kommunale Accelerators im Porträt: BadenCampus

Launcher für Startups in Freiburg im Breisgau: Neuen Ideen zur Umsetzung verhelfen, junge Entrepreneure in der Region halten, Erfahrung und Innovation verbinden – das sind Ziele von Acceleratoren. Sie bringen die passenden Partner zusammen: Erfahrene kommunale Unternehmen mit einer Millionenkundschaft treffen auf digitale Startups voller Ideen und Tatendrang. Mit der Gründung von Accelerator Spaces schafft die Kommunalwirtschaft in Deutschland eine zentrale Plattform, die sprichwörtlich den Turbo zündet. Hinzu kommt der Vorteil Marktzugang. Statt „trial and error“ entwickeln die Startups in einem Accelerator ihre Geschäftsidee strukturiert bis zur Marktreife. In dieser Serie stellen einige der Accelerator Spaces genauer vor und zeigen, welche aktuellen Innovationen dort entstehen.

BadenCampus

© BadenCampus

Raketen bauen am BadenCampus

Visionen entwickeln, Ziele definieren und durchstarten. Der Accelerator BadenCampus dient als Startbahn für wissens- und technologiebasierte Startups in den Themenfeldern neue Energie, Smart City und Produktion der Zukunft. Das Credo lautet: Für gesellschaftliche Entwicklung sind Innovationen der Treibstoff, fundiertes Wissen und Spitzentechnologie wichtige Komponenten. Dann braucht es noch viele Zahnräder und Schrauben, sprich Methodik, Netzwerke, Raum. Das ist die Vision der Macher des BadenCampus in Freiburg im Breisgau. Oder einfach ausgedrückt: Raketen bauen und durchstarten.

Ins Leben gerufen durch den Energieversorger und VKU-Mitglied Badenova fördert und berät der BadenCampus Gründungsinteressierte und etablierte Organisationen bei wissens- und technologiebasierten Innovationen. „Innovationen brauchen Raum, wo die Menschen zusammenkommen, sich austauschen und gegenseitig hinterfragen. Dann entsteht die richtige Energie, mit der Ideen vorangetrieben werden“, ist Geschäftsführer Markus Köster überzeugt und ergänzt: „Natürlich braucht es auch finanzielle Mittel und die nötige Handlungsfreiheit. All das ist entscheidend für den Erfolg.“

Förderprogramm für tragfähige Geschäftsmodelle

Dieser Erfolg will gut vorbereitet sein. Aus diesem Grund bietet der BadenCampus den jungen Gründern in der sogenannten Vorgründungsphase ein siebenmonatiges Programm, mit umfassender Unterstützung bei der Entwicklung der Geschäftsidee. Zahlreiche weitere Förderformate schließen sich an, um aus der ersten Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell zu formen.

Der BadenCampus ist selbst ein junges Projekt, nahm erst im Herbst 2017 den Betrieb auf. „Trotzdem ist er schon jetzt ein absolutes Erfolgsmodell. Für das Accelerator Programm 2018 wurden bereits 16 Teams aufgenommen, die mit vielversprechenden Konzepten von Beginn an überzeugen konnten“, erklärt Köster.

Klima mal doppeldeutig - Feinstaubfilter und Social Network

Ein Beispiel für die Wirksamkeit des BadenCampus ist unter anderem LVP, ein Startup der Universität Straßburg in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut Karlsruhe. Gemeinsam entwickeln sie ein passives System zur Filterung von Feinstaub. Das Besondere daran ist, das neuartige System kann vielfältig verbaut werden und findet beispielsweise in einer Lärmschutzwand an einer Autobahn Platz. Während der Feinstaub im unteren Drittel durch eine Art Schwamm aufgenommen wird, absorbiert der obere Teil der Wand die Lärmemissionen der Fahrzeuge. Köster: „So werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Aktuell verhandeln wir mit drei Kommunen über den Einsatz des Systems in der Praxis. Zwei Drittel der Finanzierung sind bereits garantiert, den Rest übernimmt die Kommune. Ich gehe davon aus, dass wir hier in Kürze einen großen Schritt weiterkommen.“

Eine völlig andere Geschäftsidee verfolgt das Digitales Netzwerk FAMIGO. Es richtet sich an Familien, die sich über die Community über die besten Ärzte, Spielplätze, Kitas, Handwerker oder Events informieren möchten. Die hohe Geschwindigkeit bei der Informationsvermittlung ist die Stärke von FAMIGO. „Zahlreiche Kommunen haben bereits ihr Interesse bekundet, das Netzwerk als innovatives Bürgerserviceportal zu etablieren. Das Interesse ist groß und ich bin gespannt zu verfolgen, wie sich dieses Startup weiter entwickeln wird“, so BadenCampus-Geschäftsführer Markus Köster.

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