Wenn’s dank digitalem Frühwarnsystem trocken bleibt – Stadt Schönau + NOYSEE

Wenn’s dank digitalem Frühwarnsystem trocken bleibt – Stadt Schönau + NOYSEE

Bei drohendem Hochwasser muss alles ganz schnell gehen. Bürger müssen gewarnt und evakuiert werden, Gebäude geräumt und Sandsackbarrikaden errichtet. Dabei kann jede Minute mehr Zeit einen großen Unterschied bei der Schadensbegrenzung machen. Um möglichst viele dieser wertvollen Minuten zu gewinnen, können die digitalen Sensoren des Startups NOYSEE helfen.

KommunalDigital News NOYSEE und Schönau Pegelsensor

© NOYSEE

Wer Campingurlaub in Schönau, einer 4.600-Einwohner-Stadt in Baden-Württemberg, macht, schlägt sein Zelt direkt neben einem kleinen Fluss auf: der Steinach. Sollte der Urlaub von regnerischem Wetter geprägt sein, ist das vielleicht ärgerlich, aber seit 2018 zumindest deutlich risikoärmer, was die Gefahr einer Überschwemmung des Campingplatzes angeht. Denn der Pegelstand der Steinach wird jetzt mit dem digitalen Sensor des Startups NOYSEE überwacht. Bei stetig steigendem Wasserstand meldet dieser ein Signal, dass der Bach steigt und überlaufen wird, sollte der Anstieg weitere 30 Minuten mit gleicher Stärke anhalten. Diese Warnung ist natürlich auch und vor allem auch für die anwohnende Bevölkerung wertvoll.

Schönau ist eine Stadt mit einem Bürgermeister, der den Themen Innovation und Digitalisierung offen gegenüber steht und Mehrwerte darin erkennt: Marcus Zeitler. Es ist nicht das erste Projekt, das er für Schönau mit der Lösung eines datengetriebenen Startups umsetzt (wir berichteten). Bei NOYSEE wusste man um die Innovationsbereitschaft Zeitlers und traf sich mit ihm für ein Gespräch, in dem diskutiert wurde, welchen Mehrwert die Umweltsensoren von NOYSEE der Stadt bieten können. Schnell war Zeitler klar, dass er die NOYSEE-Technik als Wasserpegelsensoren in der Kommune testen wollte. Bei weiteren Gesprächen, in denen es dann um konkrete Umsetzungspläne ging, waren schließlich auch der Kommandant der örtlichen freiwilligen Feuerwehr sowie ein Vertreter des Bauhofs involviert.

Der optimale Standort für den Sensor ist direkt auf dem Campingplatzgelände, die Mitarbeitenden des Bauhofs halfen bei der Installation. Der Sensor funktioniert energieautark: Er lädt sich über ein Panel mit Sonnenenergie auf, ist zur Signalübertragung über das Mobilfunknetz ans Internet angebunden und muss sowohl winterliche als auch sommerliche Temperaturschwankungen verkraften. Der Stromverbrauch wird dabei so gering wie möglich gehalten, um auch im Laufe einer länger andauernden Schlechtwetterperiode zuverlässig arbeiten zu können.

Neben Zeit im Falle eines drohenden Hochwassers gewinnt die Stadt auch weitere Erkenntnisse, wie Zeitler erklärt: „Wir erhalten einen enormen Pool an Daten zum Pegelstand der Steinach zu jeder Jahreszeit. Außerdem können wir mit den Erfahrungen des Alarmsystems einen Interessen- und Informationsaustausch mit Katastropheneinrichtungen wie Feuerwehr oder dem THW durchführen und daraus lernen, wie schnell Einsatzkräfte vor Ort sein können und welche Maßnahmen wir im Vorfeld ergreifen müssen. NOYSEEs Technologie hilft also auch bei der Präventionsarbeit, der eingeschlagene Weg ist der absolut Richtige.“

Durch Kooperationen wie in Schönau lernt das Startup immer Neues dazu und entwickelt seinen Sensor stetig weiter. „Während der Pilotphase eines neuen Einsatzes suchen wir ganz direkt den Kontakt mit allen Anwendern des Systems.“,  so Mitgründer Thomas Lauerbach. „So können wir möglichst viele Verbesserungsvorschläge aufgreifen und sie in die Weiterentwicklung einfließen lassen.“

Innovationen beginnen immer mit einer guten Initialidee. Diese Kooperation zeigt darüber hinaus einmal wieder, dass interdisziplinärer Austausch und Zusammenarbeit genauso wertvoll für den Ausbau solcher Ideen sind und beide Seiten davon profitieren.

 

 

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