Wie das kommunale Objektmanagement digital wird – vom Baum bis zur Hauswand

Wie das kommunale Objektmanagement digital wird – vom Baum bis zur Hauswand

Auf einem Innovationsworkshop von KommunalDigital stellte Startup-Gründer Sebastian Seitz die Lösungen seines Unternehmens EineStadt vor. Kurze Zeit später arbeitet er mit der Stadtwerke Bochum Netz GmbH zusammen. Die Kooperation bringt auf der einen Seite dem kommunalen Unternehmen eine Erleichterung im Bereich der Objektverwaltung und zeigt auf der anderen zugleich, wie auch das Startup von der Zusammenarbeit profitiert.

Digitale Sachdaten statt Klemmbrett

Die Stadtwerke Bochum Netz suchten eine smarte Lösung, mit der sie verschiedene Objekte kontrollieren und verwalten können. Hierzu zählten zum einen die Bäume auf vielen Grundstücken im Stadtgebiet, aber auch Objekte aus dem Bereich des Gebäudemanagements, etwa Dachseilsicherungen. Im Innovationsworkshop im März 2019 in Heidenheim überzeugte EineStadt-Gründer Sebastian Seitz, dass sein Startup hierfür der richtige Projektpartner sei. Das Startup bietet ein Objektmanagement mit digitalen Endgeräten und NFC-Chips statt Plaketten. NFC steht hierbei für Near Field Communication und ermöglicht es den Kontrollierenden, Objekte vor Ort einfach zu scannen und in einem Online-System die Sachdaten des zu untersuchenden Objekts aufzurufen oder zu ergänzen.

Für die Erstellung eines digitalen Baumkatasters der Stadtwerke Bochum Netz hatte EineStadt bereits ein Template parat, das ohne weiteren Aufwand für den Projektpartner verwendbar war. Es wurde dann zusätzlich noch die Stadtgrundkarte Bochums in die Startup-Applikation integriert. Für die Dachseilsicherungen dagegen entwickelten die Mitarbeitenden des Startups dank ihres modularen Systemansatzes in wenigen Tagen einen neuen Software-Baustein dazu. Eine weitere Frage war hierbei auch, wie die NFC-Chips bestmöglich an den Dachseilsicherungen zu befestigen wären. Im Austausch zwischen EineStadt und den Stadtwerken Bochum Netz fand man dann auch zu dieser Aufgabe schnell eine Lösung.

Seit August 2019 kontrollieren die Mitarbeitenden der Stadtwerke Bochum Netz und des Bauhofs diverse Objekte nun mit der digitalen Lösung von EineStadt. Eine halbtägige Schulung von Seitz bereitete sie auf den Außeneinsatz vor. Über eine App auf ihren Smartphones und Tablets – diese waren in den Unternehmen bereits vorhanden – erfassen die Angestellten Zustände und Merkmale von Bäumen und Seilsicherungen nun digital über die installierten Chips.

Einbindung externer Dienstleister durch offenes System möglich

Laut Lukas Simon, Prozessmanager bei Stadtwerken Bochum Netz, läuft die Kooperation so gut, dass es nicht nur bei diesen Objekten bleiben soll. Als nächstes plant er die Pflege der unternehmenseigenen Grundstücke im Stadtgebiet über die Baumkontrolle hinaus mit EineStadt zu organisieren. Das Projekt laufe bereits: „Die Bauhof-Kollegen und externe Dienstleistende können dann vor Ort auf ihrem Endgerät die Liste der Arbeiten wie Rasenschnitt, Heckenschnitt oder Laubfegen angezeigt bekommen. Zudem können Feststellungen direkt notiert und von anderen Fachkräften weiterbearbeitet werden. Etwa, wenn ein Zaun defekt ist, ein Graffiti an der Hauswand entdeckt wird oder wenn es illegale Müllablage gibt.“ Gemeinsam mit EineStadt will Simon sukzessive noch weitere Anwendungsfälle identifizieren und umsetzen.

Besonders positiv werde laut Seitz in Bochum auch die Karte der Startup-Lösung angenommen. „Sie liefert schnell und übersichtlich Aussagen zur Vitalität der Bäume, die alle Mitarbeitenden über eine Kontrollhistorie einsehen können. Viele Rückfragen können so vermieden werden, was zusätzlich zum ohnehin gesunkenen Dokumentationsaufwand weitere Zeit einspart.“

Die Zahl der mit der Startup-Lösung zu verwaltenden Objekte steige laut Simon weiterhin, für eine abschließende Projekt-Bewertung sei dabei noch zu früh. „Wir gehen aber davon aus, dass wir spürbare Vorteile in der Datenerfassung, Datenauswertung, Dokumentation und Planung turnusmäßiger Arbeiten erreichen werden. Von einigen herkömmlichen Exceltabellen und Zetteln können wir uns ziemlich sicher bald verabschieden.“

Kooperation als Gewinn für beide Projektpartner

Für Seitz und EineStadt ist die Kooperation auch deshalb wertvoll, weil sie durch die Anregungen etablierter Unternehmen das eigene Portfolio weiterentwickeln können. Die Methode, wie sich die Chips am besten an den Dachseilsicherungen anbringen lassen und die entwickelte Software kann EineStadt also im nächsten kommunalen Einsatz ohne weitere Entwicklungszeit anbieten.

Übrigens: In der kleinsten Kommune, in der EineStadt seine Lösung im Einsatz hat, leben nur 2.000 Menschen. Das Einsteigerangebot für die Verwaltung von 250 Objekten sei für kleinere Unternehmen laut Seitz nicht nur passend, sondern auch erschwinglich. Einen ersten Kontakt können kommunale Unternehmen über das Startup-Profil auf KommunalDigital herstellen. Die Kooperation zwischen EineStadt und den Stadtwerken Bochum Netz ist ein gutes Beispiel dafür, wie KommunalDigital passende Unternehmen für eine erfolgreiche Zukunft zusammenbringt.
 

>> Zum Profil von EineStadt

>> Zum Profil der Stadtwerke Bochum Netz

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