Wie die badenova ihr Batteriespeicher-Management intelligent gemacht hat

Wie die badenova ihr Batteriespeicher-Management intelligent gemacht hat

Wer eine PV-Anlage auf dem Dach und einen damit verbundenen Batteriespeicher besitzt, kann nicht nur den Energieverbrauch im Eigenheim optimieren, sondern mit smarten netzübergreifenden Lösungen auch dem gesamten Netz dienen. Ein Pilotprojekt zu diesem Thema hat die badenova 2018 gestartet und setzt darin auf das intelligente Energiemanagement des Startups coneva.

Startup-Expertise für eine energiegeladene Zukunft

Im Rahmen eines Forschungsprojekts stand die badenova vor der Aufgabe, zehn Batteriespeicher von Privathaushalten mit Solaranlagen miteinander zu verbinden und somit ihre zentrale Steuerung möglich zu machen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, hat sich das Energieversorgungsunternehmen mit dem 2018 gegründeten Münchener Startup coneva zusammengetan. Der Name coneva steht für connected.energy.value und ist Programm, denn er verweist auf das Kerngeschäft des Unternehmens: die Vernetzung von Erzeugungsanlagen, Verbrauchseinheiten und den verschiedenen Akteuren im Energiemarkt.

Ins Gespräch gekommen sind die badenova und coneva bei der E-World 2018. Schon vier Monate nach Start der Kooperation wurden die Steuergeräte des Startups installiert. Zwei weitere Monate später folgte für die Projektpartner im Februar 2019 ein erfolgreicher Testlauf des Pilotprojekts. Auf der IoT-Energiemanagement-Plattform ennexOS bringt coneva dabei alle Daten zusammen.

KommunalDigital News Batteriespeicher-Management von badenova

© hansenn | stock.adobe.com

Das Ziel: Lastspitzen vermeiden

Vonseiten der badenova sind das die Soll-Leistungswerte, die für die optimale Netzauslastung in einem energiewirtschaftlich ideal konzipierten Fahrplan festgehalten sind. Denn teure Netzsituationen mit hohen Verbrauchsspitzen möchte man vermeiden. Nun unterliegt die Versorgung mit Solarenergie aber immer einer gewissen Schwankung – hallo Wolken. Auch die Kunden verhalten sich bei ihrem Verbrauch nicht immer wie prognostiziert. Das heißt: Der Wert am Netzanschlusspunkt, dem Übergangspunkt des Verteilnetzes zum Privathaushalt, weicht unter Umständen vom Soll-Wert ab. Hier kommt die Steuerungseinheit von coneva ins Spiel, die unter Hinzunahme des vorhandenen Batteriespeichers den tatsächlichen Energiefluss am Netzanschlusspunkt möglichst genau auf den Sollwert einregelt. Damit wird die Netzauslastung in Spitzenzeiten reduziert. Es steht wieder Netzkapazität für weitere erneuerbare Energien zu Verfügung, ohne das Stromnetz zwingend ausbauen zu müssen.

Transparenz und neue Möglichkeiten für alle Seiten

Die coneva-Lösung schafft damit Voraussetzungen für eine netzdienliche Integration verschiedener Verbrauchseinrichtungen, wie zum Beispiel Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder Wärmepumpen – und damit Chancen für neue Geschäftsmodelle der badenova. Für die Kunden dieses Pilotprojektes ist es auf der anderen Seite jederzeit möglich, ihre Energieflüsse in einem Kundenportal in Echtzeit zu überwachen. Dazu können sie auch eine entsprechende App nutzen. Tina Hadler, Managerin Business Development bei coneva erklärt: „Damit sind alle technischen Voraussetzungen geschaffen, dass Kunden perspektivisch durch die netzdienliche Steuerung Zusatzerlöse erzielen und von speziellen, günstigeren Batteriespeicher-Stromtarifen profitieren können.“

Dr. Malte Thoma, Projektleiter für Energiespeicher & Smart Grids bei der badenova, äußert sich mit Blick auf die erfolgreichen letzten Monate positiv für die zukünftige Zusammenarbeit: „Wir freuen uns über den Erfolg des Pilotprojekts und können uns gut vorstellen, die Zusammenarbeit mit coneva weiter auszubauen. Wir planen mittelfristig, weitere Privatkunden zu vernetzen. Außerdem möchten wir Kunden-Communities aufbauen und hierbei können uns die Energiedaten-Visualisierung und das Energiemanagement von coneva weiter unterstützen.“


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