Wie werden wir wohnen? Im „Quartier der Zukunft“ werden Visionen gelebt – Stadtwerke Rüsselsheim

Wie werden wir wohnen? Im „Quartier der Zukunft“ werden Visionen gelebt – Stadtwerke Rüsselsheim

Die Stadtwerke Rüsselsheim stellten 2017 zusammen mit vier Projektpartnern aus Wissenschaft und Technik einen Forschungsantrag an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und konnten sich damit im Wettbewerb „Smart Service Welt II“ durchsetzen. Mit einer Fördersumme des Ministeriums von mehr als drei Millionen Euro entsteht in Rüsselsheim am Main nun ein intelligent vernetztes Wohnquartier mit rund 100 Wohneinheiten. Das Projekt dauert zunächst drei Jahre, ist am 1. April 2018 gestartet und bietet den Anwohnern bald innovative Technologien für zukunftsweisendes Wohnen.

KommunalDigital News Quartier der Zukunft Rüsselsheim

© S. Engels - stock.adobe.com

Ein Zukunftsprojekt nicht nur für, sondern mit den Anwohnern

Ausgewählt für das Quartier der Zukunft wurde das Wohngebiet Horlache Park im Stadtteil Haßloch-Nord mit seiner Mischung aus Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern. Eine Anwohnerumfrage zeigte, dass hier das größte Interesse für solch ein Projekt besteht. Das Ziel ist die Entwicklung eines Systems aus Sensoren und IT für vernetzte Wohnviertel, das vor Ort erhobene Daten aufbereitet, miteinander in Beziehung setzt und schließlich in neuen Formaten bereitstellt. „Wir wollen die Infrastruktur der Zukunft betreiben, bei der die Verwendung und Vernetzung unterschiedlichster Dienste das Zentrum bilden werden. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen dazu dienen, ein Verständnis für die Anforderungen der Nutzer an diese neue Infrastruktur zu bekommen und einen bedarfsgerechten Betrieb sicher zu stellen“, so Maik Landwehr, Bereichsleiter Digital Business und Projektleiter des Quartiers der Zukunft. Dazu arbeiten die Stadtwerke Rüsselsheim zusammen mit dem Fraunhofer Institut für offene Kommunikationssysteme (FOKUS), dem Fraunhofer Institut für Software-Systemtechnik (ISST), dem Softwareunternehmen Urban Institute (ui!) und der Stadtwerke-Kooperation Trianel. Insgesamt investieren die Unternehmen und das BMWi 3,8 Millionen Euro in das Projekt, 100.000 Euro davon in dauerhafte Technik.

Diese soll das Leben im Quartier der Zukunft erleichtern. Landwehr: „Wir sind davon überzeugt, dass das Quartier der Zukunft das Leben der Anwohner smart machen und die Standortattraktivität deutlich steigern kann. Die Beteiligung der Bewohner ist dabei ein zentraler Punkt: Während der gesamten Projektlaufzeit stehen wir in engem Austausch mit ihnen und bilden sogenannte ‚Zukunftsversteher‘ unter ihnen aus. So können wir eine maximal hohe Akzeptanz für das Projekt sicherstellen, über die wir Anfang 2019 einen Nachweis liefern müssen.“

Modernste Hard- und Software für ein ganzes Wohnviertel

Geplant ist die Installation verschiedenster Technologien, zum Beispiel einem öffentlichen WLAN, Ladesäulen für Elektromobilität und digitale Zähler für Strom, Wasser und Gas mit automatischer Datenübertragung. Neben Hardware werden auch neue Dienste angeboten, etwa die Auskunft über freie Parkplätze oder ein Quartiersnetzwerk zur Kommunikation und Nachbarschaftshilfe. Außerdem erhalten die Anwohner individuelle Hinweise über ihre Möglichkeiten Energie zu sparen und können per Smart Invoice jederzeit ihre Stromkostenprognose einsehen, um eventuell anfallende Rückzahlungen im Blick zu behalten. Auf Wunsch erhält jede Wohneinheit ein Display zur Steuerung von neuen Smart-Home-Anwendungen. Heizung und Rollläden können jedoch auch datenbasiert automatisch laufen, indem die Geräte mit den lokalen Wetterdaten vernetzt werden.

Alle Dienste und ein Großteil der Technik sind für die Anwohner während der Projektzeit kostenfrei. Im Anschluss können sich die Anwohner überlegen, ob sie dabei bleiben wollen und sich entsprechend ausstatten. Im ersten Projektjahr werden die Maßnahmen zunächst geplant und vorbereitet. Ab dem zweiten Jahr geht es dann in die Umsetzung. Im Anschluss an die Auswertung des Projekts könnte das Quartier-Konzept auf weitere Wohnviertel und andere Städte ausgeweitet werden und so Stück für Stück komplette Smart Cities erschaffen.

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