„Wir erreichen deutlich mehr Beschäftigte“ – die BSR-Belegschaft in einer App

„Wir erreichen deutlich mehr Beschäftigte“ – die BSR-Belegschaft in einer App

Über 3.500 der 5.600 BSR-Beschäftigten sind im täglichen Einsatz auf der Straße ohne Computer unterwegs. Sie alle zu erreichen ist eine große Aufgabe. Die Lösung des Berliner Startups Beekeeper funktioniert für die BSR gut.

Eine App als unternehmensweiter Informationskanal


Büroangestellte, Ingenieure, IT-Fachleute und die Beschäftigten von Straßenreinigung und Müllabfuhr – das vielfältige Professionsspektrum bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) bedeutet, dass nicht alle zeitgleich über den PC – zum Beispiel via Intranet – informiert werden können. Bereits frühzeitig hatte die BSR den Beschäftigten bei Müllabfuhr und Straßenreinigung via Extranet einen Zugang zu Unternehmensinformationen ermöglicht. Als das Extranet technisch abgelöst werden musste, war die Zeit für eine grundsätzliche Entscheidung gekommen. Das auch, weil eine Analyse eine sehr geringe Nutzung des Extranets ergab. Vor diesem Hintergrund entschied die BSR, stattdessen eine App einzuführen und damit allen Beschäftigten einen niedrigschwelligen Informationskanal anzubieten.

KommunalDigital News BSR Beekeeper

© fizkes | stock.adobe.com

So schaute sich die BSR verschiedene Anbieter an, unter anderem auch das Startup Beekeeper. „Unsere Kunden haben anfangs oft noch das Problem einer ‚Zwei-Klassen-Gesellschaft‘ zwischen den Angestellten mit PC-Arbeitsplatz und den gewerblichen Mitarbeitenden“, erklärt Jens Dreisewerd, Country Manager Germany bei Beekeeper. „Unsere Beschäftigten-App kann diese Lücke schließen, denn ein Smartphone haben in der Regel alle Angestellten den Arbeitstag über bei sich.“ 

Die BSR fragte ihre Beschäftigten zunächst, was sie sich für die interne Unternehmenskommunikation wünschten. Sebastian Gerth, Projektverantwortlicher bei der BSR, fasst zusammen: „Die Wünsche waren aktuelle Nachrichten aus dem Unternehmen, Job- und Fortbildungsangebote sowie die Speisepläne der Kantinen. Wir wollten zudem auch eigene Funktionen und Anwendungen integrieren. Außerdem sollten die Nutzerinnen und Nutzer auch selbst Inhalte einstellen und sich in Chats austauschen können. All das kann Beekeeper liefern, weshalb wir im April 2018 eine Testphase starteten.“ Der Name der Beekeeper-App im BSR-Gewand: myBSR.
 

Ein Jahr nach Start nutzen die BSR-App über 2.200 Beschäftige


Die Testphase, in der 300 Personen myBSR auf dem Handy hatten, ist seit August 2018 beendet. Seitdem läuft die App im regulären Betrieb. Pro Monat erstellen über 2.200 Beschäftigte bisher im Schnitt über 300 Beiträge, 700 Kommentare und 13.000 Chatnachrichten (Stand Juli 2019), wobei die Aktivitäten laut BSR monatlich weiter zunehmen.

Um so weit zu kommen, musste im Vorfeld viel konzeptionelle Arbeit geleistet werden. Gerth fasst zusammen „Wir hatten viele Fragen zu beantworten. Wie wollen wir die App nutzen? Wer darf was? Wie fügt sich die App in die bestehende Strategie der internen Kommunikation ein? Wie können sich die Beschäftigten anmelden? Wie werden neue oder ausscheidende Beschäftigte behandelt? Es gab Fragen des Datenschutzes, der IT-Sicherheit, der Personalvertretungen, zur Nutzung auf privaten Endgeräten und so weiter. Insgesamt dauerte der konzeptionelle Prozess inklusive der Testphase fast ein Jahr.“ Als nächstes möchte die BSR weitere Funktionen integrieren, etwa einen Terminkalender oder Dokumente wie Handbücher für Kraftfahrzeuge.
 

"Die Kommunikation ist schneller, direkter und persönlicher"


Insgesamt ist die BSR zufrieden mit der neuen Lösung. „Wir erreichen deutlich mehr Beschäftigte als zuvor mit dem Extranet.“ betont Rene Worlitzer, in der BSR Kommunikationsabteilung unter anderem verantwortlich für myBSR . „Die Kommunikation ist schneller, direkter und persönlicher geworden. Gut ist, dass Vorstand und Führungskräfte myBSR auch aktiv nutzen, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu informieren, aber auch, um mit ihnen in die Diskussion zu gehen.“ Gerth ergänzt, dass die App zudem einen praktischen alternativen Kommunikationsweg darstellt, wenn es mal einen Systemausfall in der IT oder Verkehrsverzögerungen auf der Straße gibt. 

Auch Beekeeper bewertet die Nutzung der App bei der BSR positiv: „Was uns besonders freut, ist die Tatsache, dass die BSR das Potenzial ihrer gewerblichen Mitarbeitenden erkennt und dementsprechend die App nicht nur als Top-Down Tool nutzt, sondern ihren Mitarbeitern durch sie eine echte Stimme verleiht.“

Die Kooperation zwischen der BSR und Beekeeper hat sich für beide Seiten gelohnt, da sind sich alle einig. Jedoch galt es zwischendurch auch ein paar Hürden zu nehmen, die sich durch die Vorgaben und Anforderungen eines kommunalen deutschen mitbestimmten Unternehmens ergeben. In diesem Bereich konnte Beekeeper laut Dreisewerd Wichtiges lernen und sich zukünftig noch besser auf große kommunale Kunden einstellen.

Die Startup-Lösung ist aber auch für kleinere kommunale Unternehmen geeignet. Zu den weiteren bisherigen Kunden gehören deshalb neben der Münchner Verkehrsgesellschaft auch die Stadtwerke Prenzlau, die Stadtwerke Landshut und die Stadtwerke Brandenburg.

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