Dicke Luft? Von wegen! Wie die Stadt Hennef ihre Luftdaten erhebt.

Dicke Luft? Von wegen! Wie die Stadt Hennef ihre Luftdaten erhebt.

Wie hat die Einführung von Tempo-30-Limits sich auf die Luftdaten der Stadt ausgewirkt? Das und mehr weiß man in Hennef jetzt ganz genau. Dank der Sensorlösung des Startups Breeze Technologies.

Mit Startup-Lösungen die Smart City vorantreiben


Beim Thema Digitalisierung schneller, besser und attraktiver zu werden, das hatte sich das Bundesland Nordrhein-Westfalen im Herbst 2018 vorgenommen. Hierzu sollen mehrere digitale Modellregionen aufgebaut werden und dazu Smart-City-Lösungen zum Einsatz kommen. Um bei dieser Entwicklung zu unterstützen, bot das Startup Breeze Technologies der Stadt Hennef seine Dienste an. Breeze Technologies entwickelt Sensoren, mit denen man die Luftqualität in Städten und in Gebäuden analysieren kann. Die Miniatursensoren messen zum Beispiel Stickoxide, Ozon, Feinstaub, aber auch Ruß und geben die Daten in Echtzeit wieder.

In Hennef betreuen die Klimaschutzmanagerin und die IT-Abteilung der Stadt das Projekt. Die Kommunikation zwischen den Projektpartnern verlief schnell und unkompliziert. Ein Mehrwert, dem Städte, Verwaltungen und etablierte Unternehmen in Kooperationen mit Startups in der Regel immer begegnen. Die einzige bürokratische Aufgabe dabei war, die Vergabeordnung zu beachten, was letztlich jedoch keine Einschränkung des Projekts bedeutete.

KommunalDigital News Breeze Technologies in Hennef

© Antonioguillem | stock.adobe.com

Konkrete Empfehlungen für frische Luft


Die Sensoren zu installieren und in Betrieb zu nehmen ging schnell. Im Anschluss dauerte es nur wenige Tage, sie zu kalibrieren und seitdem misst die Stadt an der Hauptverkehrsstraße vor dem Rathaus die Werte der Luftschadstoffe Ozon, Feinstaub, Ammoniak, Kohlenstoffmonoxid und Stickstoffdioxid. Die Daten können sich die Menschen in und um Hennef auf der digitalen Smart-City-Karte der Stadt in Echtzeit anzeigen lassen.

Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke freut sich über das Projekt: „Mit diesem Angebot zeigen wir, dass wir die Themen Umwelt, Klimaschutz und Schadstoffbelastung in Hennef ernst nehmen. Dies ist umso wichtiger, weil die Stadt Hennef im Juni den Klimanotstand ausgerufen hat.“

Die Umweltdaten sind besonders für Entscheidungen bezüglich der Verbesserung der Luftqualität wertvoll. Denn mit den Ergebnissen der Analysen können Ursachen für die jeweiligen Luftschadstoffe identifiziert und Empfehlungen für mögliche Maßnahmen gegeben werden. In Hennef brachten die Erkenntnisse zur Freude der Projektbetreuenden jedoch keine kritischen Werte hervor. Heike Behrendt, die Klimaschutzmanagerin der Stadt, ordnet das neue Wissen durch die Umweltsensoren dennoch als wertvoll ein. „Direkte Entscheidungen zur Verbesserung der Luftqualität mussten wir zwar keine treffen, aber sie helfen uns bereits jetzt, Veränderungen zu untersuchen. Zum Beispiel, wie sich die Werte seit der Einführung des Tempo-30-Limits geändert haben. Wir verstehen Zusammenhänge besser und können Unregelmäßigkeiten fundierter untersuchen.“ Sie ist zufrieden mit dem Projekt. „Diese Klimadaten zu erlangen wäre auf anderen Wegen nicht finanzierbar gewesen.“ Von der Weiterentwicklung der Sensoren verspricht sie sich auch zukünftig neues Wissen.
 

Kommunale Unternehmen können Partner für schnelle Ergebnisse sein


Wie schnell Produkte oder Technologien von Startups im Einsatz sind, hängt meist nicht an ihnen, sondern an ihren Projektpartnern. Robert Heinecke, CEO von Breeze Technologies, äußert sich zur Schnelligkeit in Hennef beeindruckt. „Hennef hat gezeigt, wie schnell man auch als Stadtverwaltung innovative Projekte und Produkte ausprobieren kann. Generell dauert die Bearbeitungszeit solcher Projekte bei den langsam arbeitenden Mühlen von Stadtverwaltungen jedoch meist länger.“ Es lohne sich daher besonders für kommunale Unternehmen, mit Startups zusammenzuarbeiten. Über diese hätten Städte die Möglichkeit, schneller an Innovationen heranzukommen.

Darüber hinaus gäbe es bei kommunalen Unternehmen weitere Vorteile. „Sie bieten nicht nur die Möglichkeit, neue Projekte in der Fläche zeitnah umzusetzen, sondern betreiben in vielen Fällen auch ihre eigenen (LoRaWan-)Netzwerke, an die man mit IoT-Produkten gut anknüpfen kann.“ In Hennef wird das LoRaWan-Netzwerk gemeinsam mit dem Verein Freie Netzwerker und dessen Community betrieben.


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